Geschichte & Chronik

Es ist ein weites, heiteres Tal, das Gaadner Becken, westlich des breitgelagerten Anningers, durch das der Mödlingbach aus dem Wienerwald in die wildromantische Brühl und weiter in die Ebene führt. Wie lange schon Menschen an diesem freundlichen, waldumgebenen Ort leben, ist uns nicht bekannt. Spuren menschlicher Besiedlung sind seit der Eisenzeit nachweisbar.

Ins Licht der Geschichte tritt unser Ort im Jahre 1130, als der Ritter Ulrich von Stiefern seinen bisherigen Besitz im Waldviertel aufgab und dafür das Stiftungsgut für die Kirche von Gaaden eintauschte. Er errichtete im Zusammenhang mit der Kirche einen befestigten Wohnturm, einem "gadem", der der wohl dem Ort den Namen gab. Auch er benannte sich in der Folge entsprechend: Ulrich von Gaaden. Vom Herzog als Forstmeister des Babenbergischen Wienerwaldes eingesetzt, baute er seine Burg Obergaaden zu einem wichtigen Kolonisationszentrum aus. (Große Teile des mittelalterlichen Turmes sind im Pfarrhof neben der Kirche erhalten.) Eine zweite Burg Niedergaaden ist seit dem 16. Jahrhundert zerstört.

Die Familie des Herren von Gaaden starb wohl Ende des 13. Jahrhunderts aus, ihr folgten verschiedene Adelsfamilien als Besitzer der Burg und des Dorfes. Erst 1579 gelang es dem Kloster Heiligenkreuz, die Dörfer Ober- und Niedergaaden zu erwerben. Damals ist von 50 Häusern die Rede. Die Burg Obergaaden und die Kirche St. Jakob wurden im Renaissance-Stil renoviert und das Kloster Heiligenkreuz übernahm die Seelsorge, die es bis heute ausübt.

Schwere Schäden brachte die Türkenbelagerung von 1683, als von 300 Einwohnern nur 40 überlebten. In dieser Zeit war Kaiser Leopold I. oftmals zur Jagd in Gaaden und stieg im Schloss neben der Kirche - im heutigen Pfarrhof - ab.

Die Blütezeit zu Beginn des 18. Jahrhunderts brachte unserem Ort wichtige Kunstwerke: Die Ölberggruppe von Giovanni Giuliani, den barocken Umbau der Pfarrkirche und darin vor allem den Hochaltar vom selben Künstler. Sie sind Zeugen dafür, dass Gaaden an der alten Wallfahrtskirche nach Mariazell, der Via Sacra, gelegen ist.

Das 19. Jahrhundert entdeckte die liebliche Gegend des Wienerwaldes; Maler, Musiker, Dichter kamen hierher und fanden Inspiration für ihre Werke. Darunter müssen vor anderen der Maler Ferdinand Waldmüller und der Dichter Ferdinand Raimund genannt werden. Raimund schrieb hier 1833 im noch erhaltenen Haus am Kirchenplatz seinen Verschwender, in dem er eine typische Gaadner Figur, das "Kraxenweiberl", verewigte. Sie ist ein Symbol für die Menschen, die hier schon seit Jahrhunderten mühselig von Kalk- und Holzgewinnung lebten. Gerade um die Mitte des 19. Jahrhunderts aber bahnte sich eine tief greifende Änderung der sozialen Verhältnisse an. Mit dem Bau der Wiener Ringstraße wurden Kalk und Holz zu begehrten Materialien und der Ort erlebte einen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aufschwung. 1850 wurde Gaaden, nach Abschaffung der Grundherrschaft, als freie Gemeinde konstituiert.

In der kontinuierlichen Entwicklung des Gemeinwesens bildeten im 20. Jahrhundert die beiden Weltkriege schmerzhafte Einschnitte, auch in politischer Hinsicht, weil Gaaden von 1938 bis 1954 in die Gemeinde Groß-Wien eingegliedert war.

Die letzten Jahrzehnte brachten weiteren wirtschaftlichen Aufschwung und Bevölkerungszuwachs, da immer wieder viele Menschen dieses heitere Tal im Wienerwald entdecken und sich unterhalb des Anningers ansiedelten, wie einst Ulrich von Gaaden, der Stifter von Kirche und Ort.

Detail Geschichte

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